Gemischte Prognose

 

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist von der Pandemie nicht gleichermaßen betroffen. Der Teilmarkt Film gehört zu den größten Verlierern. Auch im günstigsten Szenario wird er noch nicht wieder den Stand vor Corona erreichen. | Grafik © Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes

Was erwartet die Filmwirtschaft im neuen Jahr? Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat eine neue Untersuchung mit Hochrechnungen veröffentlicht. 

„Es ist mittlerweile zu befürchten, dass es ein ähnlich schwieriges Jahr wie 2021 wird“: Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft hat Ende voriger Woche eine neue Untersuchung zur „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“ veröffentlicht. Die Aussichten sind verhalten: „Sollte wider Erwarten doch ab Frühjahr und Sommer eine Erholung eintreten, könnte möglicherweise eine langsame Annäherung an das Ausgangsjahr 2019 stattfinden. Vor 2023 wird dieses aber von der KKW [Kultur- und Kreativwirtschaft, Red.] insgesamt nicht zu erreichen sein. Die Erholungsfahrt der KKW erfolgt in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Für einige Teilmärkte der Kulturwirtschaft ist eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau noch nicht absehbar.“

Mit Hochrechnungen wird ein Blick in die Zukunft gewagt. Sie basieren auf des Statistischen Bundesamts und der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2019. In die Analysen ebenfalls eingeflossen seien Studien von Branchenverbänden zur Corona-Betroffenheit, Analysen zur Betroffenheit von Wertschöpfungsketten und die Ergebnisse aus 17 leitfadengestützten Interviews mit Branchenvertreter*innen.

Für 2022 wurden zwei Szenarien berechnet. Im ersten sind die Infektionszahlen bis Ende des ersten Quartals hoch, das öffentliche Leben im Januar und Februar weiter eingeschränkt. Da die Maßnahmen Wirkung zeigen, werden Kontaktbeschränkungen im März gelockert. Im zweiten dauert die Omikron-Welle deutlich länger. Einschränkungen erstrecken sich bis zum Teil bis Ende April/Mitte Mai. Gleichzeitig wird die Gefahr berücksichtigt, dass die Infektionszahlen durch weitere Corona-Mutationen im Herbst wieder steigen können. 

In beiden Szenarien verzeichnet die KKW einen niedrigeren Umsatz als im Vorkrisenjahr 2019 – 1,5 Prozent weniger beim ersten, „milderen“ Szenario, 6,5 Prozent weniger beim zweiten. 

Allerdings zeigt sich die KKW äußerst unterschiedlich. Während die Teilmärkte Architektur, Buch und Games sogar wieder ein Plus von bis zu 5 Prozent erwarten dürfen, sind Darstellende Künste, Musik, Kunstmarkt und Filmwirtschaft „um mehr als ein Fünffaches stärker betroffen“ und „auf ein Umsatzniveau von vor 2003 zurückgeworfen“.

Bis zu 38 Prozent ermittelt die Studie als Minus beim Film. Das Fazit: „Die Filmwirtschaft war 2020 stark von den Einschränkungen der Corona-Pandemie betroffen. Im Jahr 2021 wird ein leichter Aufholprozess angenommen, welcher sich 2022 in beiden Szenarien fortsetzt. In einem besseren Szenario gelingt eine deutliche Verbesserung. Das Vorkriseniveau wird jedoch noch nicht erreicht.“ 

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