Casting-Preisträgerin 2012 Daniela Tolkien (BVC)

Casting-Preisträgerin 2012 Daniela Tolkien (BVC) | © Christian Hartmann

Im Rahmen der Cologne Conference wird in diesem Jahr als Casting Director Daniela Tolkien (BVC) mit dem Deutschen Casting-Preis 2012 ausgezeichnet. Seit 1997 (mit einer Pause zwischen 2004 und 2008) wird bei der Cologne Conference, dem Internationalen Fernseh- und Filmfest Köln, ein Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Besetzungstätigkeit im Spielfilm verliehen. In Fachkreisen gilt dieser heute mit 10.000 Euro dotierte Preis als „Lola“ unter den Auszeichnungen für die Casting-Branche. Im Gegensatz zur Deutschen Filmakademie – die bedauerlicherweise keine Casting Directors in die Akademie aufnimmt – wird beim Deutschen Casting-Preis die kreative Leistung honoriert.

 

 

Die bisherigen Preisträgerinnen waren:

  • 1997 An Dorthe Braker (BVC)
  • 1998 Heta Manscheff (BVC)
  • 1999 Nessi Nesslauer
  • 2000 Anja Dihrberg (BVC)
  • 2001 Rita Serra-Roll
  • 2002 Simone Bär
  • 2003 Sabine Schroth (BVC)
  • 2004 Risa Kes
  • Pause
  • 2008 Franziska Aigner
  • 2009 Nina Haun (BVC)
  • 2010 Ulrike Müller (BVC)
  • 2011 Sophie Molitoris

Auffällig ist, dass bislang ausschließlich weibliche Kandidatinnen abgeräumt haben, was sicherlich auch mit der Verhältnismäßigkeit zu tun hat. So gibt es in Deutschland tatsächlich nur etwa 17 Prozent männliche Casting Directors. Sabine Schroth kommentierte das mal in einer Frauenzeitschrift: „Für Regisseure und Produzenten sind wir ein willkommenes Korrektiv ihres eigenen Geschmacks. Wir repräsentieren ganz nebenbei den weiblichen Teil des Publikums.“
Was nicht heißt, dass die männlichen Besetzungsprofis weniger einfühlsam wären oder keine frauenaffinen Filme vorbildlich besetzen könnten. Schließlich haben sich unter anderem Stephen Sikder (BVC), Marc Schötteldreier (BVC), Uwe Bünker (BVC), Clemens Erbach (BVC), Emrah Ertem oder Siegfried Wagner (BVC) auf ihrem Gebiet und mit langjähriger Erfahrung bereits einen Namen gemacht.
Die Jury-Entscheidung zum Casting-Preis wird jedenfalls demokratisch und anhand eingereichter aktueller Projekte gefällt. So wurde die vergangenen Jahre etwa Franziska Aigner für ihre Besetzung in „Die Welle“, Nina Haun für „Alle anderen”, „So glücklich war ich noch nie”, „Hilde” und Ulrike Müller unter anderem für „Die Fremde“ ausgezeichnet. Sophie Molitoris konnte im letzten Jahr mit dem Fernsehfilm „Neue Vahr Süd“ (Regie: Hermine Huntgeburth | Buch: Christian Zübert) überzeugen – schon der zehnte Film, bei dem sie mit der Regisseurin zusammengearbeitet hat.
Dieses Jahr setzte sich die Jury erneut zusammen aus Barbara Thielen (Leiterin Fiction/Serie RTL), Torsten C. Fischer (Regisseur), Ulrich Höcherl (Chefredakteur „Blickpunkt Film“), Martin Zimmermann (Produzent 20.15 Film- und Fernsehproduktion) und Dr. Martina Richter (Direktorin der Cologne Conference) und begründet ihre Entscheidung wie folgt:
„Daniela Tolkien, die im letzten Jahr mit überraschenden, eigenwilligen und gelungenen Entscheidungen Film- und Fernsehproduktionen wie „Wickie auf großer Fahrt“, „Offroad“, „Das Haus der Krokodile“ oder „Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun“ mitgestaltete, erhält dieses Jahr auf der Cologne Conference den Casting-Preis 2012.
Mit einem guten Gespür für vielversprechende Newcomer und einem originellen Blick auf die Rollenprofile etablierter Darsteller hat die Casterin mit eigener Schauspielerfahrung von der turbulenten Action-Komödie über das Familienabenteuer und die Krimireihe bis zur Live-Action-Verfilmung einer Animations-Kultserie immer wieder überraschende Besetzungen zusammengestellt.“

Daniela Tolkien ist Mitglied im Bundesverband Casting (BVC).
Das Preisgeld wurde dieses Jahr von der Senator Filmproduktion, action concept und Westside Filmproduktion gestiftet.
Es gab insgesamt 65 Filmeinreichungen, aus denen insgesamt 34 Casting Directors nominiert wurden.
Im Werkstattgespräch mit Daniela Tolkien gewährt der Casting Director aus München im MAKK Museum für Angewandte Kunst einen Einblick in die Herangehensweise an ihre Arbeit. 10.00 Uhr.
Die feierliche Preisverleihung findet am 5. Oktober abends im WDR Sendesaal statt und wird dann auch als cn-klappe demnächst zu sehen sein.
Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Cologne Conference.

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