Der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler sorgte innerhalb der letzten Jahre durch amüsante Aktionen wie unter anderem „Sind wir nun endgültig auf den Hund gekommen?“ oder „Ich bin preiswert“ für viel Gesprächs- und Pressestoff. Amüsant sind dabei nur die Wortspiele, die Themen dahinter allerdings hochgradig ernst.

Hintergrund bei „Sind wir nun endgültig auf den Hund gekommen“ ist der Gagenverfall bei TV- und Filmproduktionen, der nach unten hin mittlerweile „Hundegagen“ erreicht hat.

Hintergrund der Aktion „Ich bin preiswert“ war die plötzliche Amputation sämtlicher Kategorien beim deutschen Fernsehpreis, bei der künstlerische Einzel-Auszeichnungen für Regie, Kamera, Schnitt, Drehbuch… gestrichen wurden. Was bleibt da noch übrig? Die unterschwellige Selbstbeweihräucherung der mitwirkenden TV-Sender?

Doch anstatt aus Protest nicht zur Fernsehpreisverleihung zu erscheinen – so  wie viele namhafte Kollegen es ursprünglich vor hatten – hat der BFFS dazu aufgerufen, lieber „Gesicht zu zeigen“ und „gute Miene zum bösen Spiel“ zu machen. Den deutlich sichtbaren Protest zeigten unter anderem Hape Kerkeling, Jessicca Schwarz, Annette Frier oder Thomas Kretschmann. Sie alle trugen die vom BFFS konzipierten silbernen Buttons mit der Aufschrift „Ich bin preiswert“. Der Slogan kann im Sinne von „preiswürdig“ als auch im Sinne von „günstig“ verstanden werden. Presse und anwesende Verantwortliche konnten dem Ausrufezeichen nicht aus dem Weg gehen. Daraus resultierend entstand die Deutsche Akademie für Fernsehen, die es sich zur Aufgabe macht quoten- und senderunabhängig – die Maßstäbe nach Qualität und künstlerischen Werten anzusetzen. Aus allen Sektionen wie Bildgestaltung, Casting, Dokumentation, Drehbuch, Kostümbild, Maskenbild, Musik, Produzent, Redaktion, Regie, Schauspiel, Filmeditoren, Szenenbild, Tongestaltung und so weiter haben sich Vertreter aus der Branche hier zusammengeschlossen.

Mitten in diesen Umbruchszeiten, in denen Künstler und Filmschaffende zunehmend ihre Interessen öffentlich machen, laufen auch die Tarifverhandlungen zwischen dem BFFS  und der Produzentenallianz.

Und wieder einmal beweist der BFFS kreative Darstellungskraft und ein Get-Together der friedlichen Art, um auf die folgenden Misstände aufmerksam zu machen. „Gehen wir jetzt alle baden“ heißt der spaßige Ernst, der mit diesen Worten im Rahmen des Filmfest Münchens zum Plantschen aufruft:

„…was wird eigentlich gefeiert?

Dass die Quote auch im öffentlich-rechtlichen Sender inzwischen der einzige Maßstab zu sein scheint?
Dass der Stellenwert fiktionaler Programme im deutschen Fernsehen immer weiter sinkt?
Dass Filme, Serien und Reihen immer billiger produziert werden?
Dass immer mehr Kollegen weniger verdienen als unsere vierbeinigen Freunde, die Hunde?
Dass von Schauspielern zunehmend mit der größten Selbstverständlichkeit erwartet wird, unentgeltlich zu arbeiten?
Dass Produktionsfirmen zunehmend Reise-, Übernachtungs- und Castingkosten auf die Schauspieler abwälzen?
Dass Produktionsfirmen zunehmend Praktikantenkosten vom Filmteam bezahlen lassen?
Dass Produktionsfirmen zunehmend gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen?
Dass es inzwischen fast nur noch Buy-out-Gagen gibt?

Da stellt sich eigentlich eher die Frage: Gehen wir jetzt alle baden? Ja, genau das tun wir. Und zwar am:

Samstag, den 25. Juni 2011
anlässlich des Münchener Filmfestes
um 12:00 Uhr
am Stachus-Brunnen, Karlsplatz.

Bitte erscheint zahlreich, bringt Getränke und Badesachen mit (oder auch nicht, je nachdem, welche Fotos ihr wollt) und begegnet der Situation in angemessener Feierlaune. Herzliche Grüße, der BFFS Vorstand“

(Quelle: BFFS Newsletter vom 20.06.2011)

Ich würde sagen, das wird ein feucht-fröhliches Event bei dem Schauspieler sowie Filmschaffende sich zeigen sollten! Mit friedvollen Wasserbomben oder auch nur Fußtritten im Brunnen…

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