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Die deutsche Filmbranche hatte es sich zwischen Förderung und Fernsehen bequem gemacht. Erfolgswerke wie „Das weiße Band“ entstanden dadurch. Besser sollte sie aber doch auf eigenen Beinen stehen. | Foto © X-Filme

Vorige Woche haben sich Deutschlands vereinigte Drehbuchautoren gehörig aufgeregt. Und die Regisseure, die Schauspieler, die Produzenten … ach was, die ganze Deutsche Filmakademie ist „schockiert“, sagen jedenfalls ihr Präsidium und Vorstand.

Den Grund für die Aufregung lieferte die Fernsehdirektorin des Bayerischen Rundfunks, Bettina Reitz. Sie hatte in der Woche zuvor angekündigt, dass ihr Sender sein Engagement bei Kino-Koproduktionen herunterfahren werde – das Geld werde knapp und an anderen Stellen dringender gebraucht. Währenddessen hatte Volker Herres als Programmdirektor der gesamten ARD erklärt, damit deutsche Kinofilme zur „Primetime“ gesendet würden, müssten sie dafür auch geeignet sein; soll heißen, ein möglichst breites Publikum ansprechen. Die Filmschaffenden vom Drehbuch bis zur Produktion sehen da offenbar eine Verbindung und zugleich Gefahr für den Kinofilm. „International preisgekrönte Kinofilme“ würden eh schon auf Nachtplätze verschoben, „wo sie quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesendet werden“, kritisiert der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD), und der Regieverband (BVR) ergänzt: „Auch die privaten Sender, mit Ausnahme von Sat.1, haben deutsche Spielfilme fast vollständig aus ihrem Programm gestrichen: 2012 hat RTL gerade einen einzigen deutschen Kinofilm zur Hauptsendezeit gezeigt, bei Pro7 waren es gerade vier, 2007 liefen hier noch zwölf deutsche Kinofilme.“ Kurz: Das Deutsche Fernsehen lasse den Deutschen Film im Regen stehen.

Das wird aber weniger den privaten als den öffentlich-rechtlichen Sendern vorgeworfen wird. Schließlich hätten die einen Kulturauftrag, den sie „verraten“ (VDD). Die Deutsche Filmakademie befürchtet durch die Ankündigung des Bayerischen Rundfunks gar einen „Dammbruch in der ARD“. Die Produzenten beschwören die „Verantwortung der Sender […] , das Kulturgut des Kinofilms nicht am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen.“? Der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) fordert ein „klares Bekenntnis der Sender zu Kinoproduktionen“. Andernfalls, droht der BVR, müsste halt „darüber nachgedacht werden, den Rundfunkstaatsvertrag entsprechend zu ändern.“

Wieso eigentlich?

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So stellt man sich gerne die Filmarbeit vor. Doch der Alltag sieht anders aus – auch für Kollegen, die im Blitzlichtgewitter über den roten Teppich schreiten. | Foto © privat


Im Rahmen des Filmfest Münchens war ich bei der Preisverleihung „Förderpreis deutscher Film“, der als wichtigster deutscher Nachwuchspreis bekannt ist. Talentiere Frischlinge aus Regie, Produktion, Drehbuch und Schauspiel, deren Filme beim Filmfest München und den Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt werden, sind hierbei vertreten. Im Wettbewerb werden die Filmemacher mit Preisgeldern von insgesamt 70.000 Euro ausgezeichnet. Die Kooperationspartner Bavaria Film, Bayerischer Rundfunk sowie die Hypovereinsbank leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung und brachten schon so einige Karrieren in den Anfängen ins Rollen, wie unter anderem von: Oskar Roehler, Dany Levi, Sönke Wortmann, Johanna Wokalek, Katharina Schüttler, Hans Weingartner, Stipe Erceg, Alexander Fehling, Marcus H. Rosemüller oder Konstantin von Jascheroff. Es sei „das Beste, was einem jungen Filmemacher passieren kann“, sagte der Regisseur Hans Steinbichler, der dieses Jahr als Jurymitglied an Bord war.

Bei aller Freude und Rührung an diesem Abend hat mich vor allem die Dankesrede von „Golo Euler“ (bester männlich Schauspieler „Kasimir und Karoline“) amüsiert und zum schmunzeln gebracht. Auf die Frage, was er denn nun mit dem Preisgeld von 5.000 Euro vorhabe, antwortete er spontan, dass er ja selbst Kunde beim Sponsor, der Hypovereinsbank sei und sein Konto momentan rote Zahlen aufzeige. Folglich müsse er das Geld wohl zum Tilgen aufs Konto zurück fließen lassen. Ein Lacher!

Doch witzig ist die prekäre Lage des deutschen Kinos ganz und gar nicht!

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