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Ein Klassiker aus Klassikern. Mit „Tote tragen keine Karos“ verbeugte sich Carl Reiner 1982 spaßeshalber vor Hollywoods Film Noir und spielte auch gleich den Bösewicht (extrem rechts). Am Dienstag ist der Regisseur gestorben. | Foto © Universal

Mit kleinen, aber guten Nachrichten beginnt das zweite Halbjahr: Seit heute gibt es weitere Krisenhilfen, die BKM mahnt mit ihren Kollegen aus Italien und Frankreich die EU, beim Wiederaufbau auch an die Kultur zu denken, und Bayern lockert die Maskenpflicht im Kino.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

18 Krimiklassiker aus Hollywoods düsterster Filmzeit in anderthalb Stunden: „Tote tragen keine Karos“ war nicht nur eine überdrehte Hommage an ein Genre, die selbst zum Klassiker wurde, sondern auch kunsthandwerklich herausragend. Für die Kostümbildnerin Edith Head und den Komponisten Miklós Rózsa war es 1982 der letzte Film. Am Dienstag ist auch der Regisseur Carl Reiner gestorben. Er wurde 98 Jahre alt, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erinnert sich. 

 

Seit heute gilt das „Zweite Corona-Soforthilfegesetz“. Damit wird auch der allgemeine Umsatzsteuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt (der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent). Die wesentlichen Punkte dazu:
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Autsch! Wenn wir das nur gewusst hätten: „Die Simpsons“ stellen ihre Figuren klischeehaft dar. In Zukunft sollen sie wenigstens korrekte Synchronstimmen bekommen. | Foto © Fox Studios

Nach dem Drehstart gab’s auch schon eine Unterbrechung. Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ zeigten vorige Woche, auf welch dünnem Eis die Branche weiterarbeiten muss.

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Wegen eines positiven Corona-Tests mussten die Dreharbeiten zu Detlev Bucks Film „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ unterbrochen werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Ein Komparse erhebt Vorwürfe gegen die Bavaria Filmproduktion.
Die „Abendzeitung“ berichtete ebenfalls und meldet heute, dass am Wochenende weitergedreht werden konnte.
Schon bei Ausbruch der Pandemie in Deutschland war eine Corona-Infektion am Set aufgetreten – die Dreharbeiten waren damals dennoch fortgesetzt worden. Die Bavaria Film hatte sich auf unsere Anfrage im März nicht geäußert.
Mehr erfuhr die Grünen-Landtagsabgeordneten Susanne Kurz auf eine Anfrage  zur Plenarsitzung am 11. Mai. Das  Bayerische Staatsministerium für Digitales bestätigte den Vorfall: „Es wurden unverzüglich sämtliche betroffenen Mitarbeiter informiert und gemeinsam mit dem Betriebsarzt alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Dreharbeiten wurden unter Einhaltung aller damals geltenden behördlicher Vorgaben mit entsprechenden Schutzmaßnahmen noch zwei Tage fortgesetzt.“
Über den Corona-Shutdown für Filmproduktionen an sich hatte Detlev Buck im April mit dem Zeitungsportal „Nordbuzz“ gesprochen.

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Statt eines Vorworts: Erinnern Sie sich noch an die Wochen, als wirklich so ziemlich alles abgeschaltet war? Was haben Sie am meisten vermisst?

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Es werden wieder Filme und Serien gedreht. Aber wie soll das funktionieren – mit Abstand und fachfremden Corona-Aufsichten? Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fragte Schauspieler*innen, Produzent*innen und Regisseur*innen.

Die Kussszene ist wohl das beliebteste Beispiel, um das Dilemma für Drehbuchautor*innen, Produzent*innen und Fernsehsender zu beschreiben, schätzt die „Märkische Oderzeitung“. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass viele Drehbücher verändert werden, damit Filmprojekte mit Vorsichtsregeln doch umgesetzt werden können.

Auch German Films hat jetzt einen Podcast. Gestern startete die erste Folge von „Short Take“: „Die kurzen und knackigen Interviews mit deutschen Schauspieler*innen und Filmemacher*innen sind auf Englisch, die Fragen orientieren sich lose am Proust-Fragebogen“, erklärt die Außenhandelsvertretung des deutschen Films. Ziel sei, „bei internationalen Zuschauer*innen Interesse für deutsche Inhalte und die kreativen Köpfe darin und dahinter zu wecken.“ Neue Folgen sollen alle drei Wochen erscheinen. 

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Dicht an dicht drei Stunden im Flieger: Ein Mallorca-Urlaub ist offensichtlich systemrelevant, ein Knotenpunkt in der regionalen Kulturszene aber nicht, bemerkt ein aktueller Facebook-Post. | Screenshot

Heute reden wir vor allem über Hygiene.  Die „Handlungshilfen“ der Berufsgenossenschaft für die Branche sind da, Seminare dazu gibt es auch schon, sogar mit Zertifikat. Ein Überblick, was gilt und was nötig ist.

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Was beim Dreh unter Corona-Bedingungen zu beachten ist, hat vor einem Monat die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in einer „Branchenspezifischen Handlungshilfe“ zusammengefasst: „Für Kontrollen der Maßnahmen vor Ort ist jeweils eine Aufsicht führende Person vom Unternehmer zu bestellen und diesbezüglich zu unterweisen“, heißt es gleich eingangs bei den  Grundsätzen: „Die Person sollte zur Kontrolle und Durchsetzung der Maßnahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards mit Weisungsbefugnis ausgestattet werden.“
Online-Seminare zum*r „Hygienebeauftragten für Film-, Fernseh- und Fotoproduktionen“ bietet inzwischen die Dekra-Akademie an, acht Unterrichtsstunden samt Zertifikat für 279 Euro. Das private Unternehmen bietet schon seit Jahren Hygiene-Ausbildungen für andere Branchen an.
Der Begriff „Hygienebeauftragte*r“ selbst ist für die Filmbranche allerdings unverbindlich, denn sie betritt Neuland: Es gibt keine Vorgaben zu Qualifikation und Weiterbildung, bestätigt Claudia Zeder-Mannis von der BG ETEM. Eine Schulung sei zwar immer gut, aber keine Grundlage. Noch wichtiger sei, dass der*die Beauftragte in den Drehabläufen erfahren ist und sich durchsetzen kann.
Auch Crew United hat „Hygienebeauftragte*r“ als Beruf in der Datenbank eingeführt, auch wenn die Bezeichnung noch unklar sei. „Zurzeit  werden geeignete Leute dringend gesucht, wir wollen das erstmal erleichtern“, erklärt Geschäftsführer Oliver Zenglein. Später solle die Zusatz-Qualifikation in den Bereich „Lizenzen“ wandern (wo etwa die „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ schon zu finden ist).  Als Kriterium dafür stützt sich Crew United auf das Zertifikat der Dekra-Akademie – „und auf ausgiebige Set-Erfahrung“.  

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Aus gegebenem Anlass und als Beispiel, was Film kann: Richard Linklater zeigt in „Fast Food Nation“ schon vor 13 Jahren die Zustände in der Fleischproduktionsindustrie. | Foto © Senator

Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben, Krawalle in Stuttgart, Korruptionsvorwürfe gegen den Politiknachwuchs … für Kultur und Film war wenig Zeit übers Wochenende. Die Meldungen zum Montag.

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Bilder der Zeit: Martin Schoeller ist mit seinen Fotografien berühmt geworden, die Menschen extrem nahekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach mit ihm über das Porträt in Zeiten der Masken, darüber, was zählt in einem Gesicht und wie die Seuche die Stadt New York verändert.

 

Wie soll’s weitergehen in Zeiten von Corona? Filmschaffende aus allen Gewerken hatten sich zusammengetan, um ein Konzept für sichere Dreharbeiten zu erarbeiten. Doch dem Netzwerk WirSind1Team geht es um mehr. Im Interview stellt es sich vor. 

Fragen und Antworten zum Förderprogramm „Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur“ hat die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz auf ihrer Website. 

Im Mai wurde für das traditionsreiche Berliner Kino „Colosseum“ Insolvenz angemeldet, danach gab es noch ein wenig Hoffnung auf einen Weiterbetrieb. Doch jetzt steht fest: Das Haus an der Schönhauser Allee wird die Corona-Krise nicht überleben, berichtet der RBB.

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Zum Aufhängen im Büro oder am Set: Auf einem Plakat bringt WirSind1Team die 18 wichtigsten und grundlegenden Maßnahmen für den Dreh unter Corona-Bedingungen auf den Punkt. | Grafik © WirSind1Team

  

Wie soll’s weitergehen in Zeiten von Corona? Filmschaffende aus allen Gewerken hatten sich zusammengetan, um ein Konzept für sichere Dreharbeiten zu erarbeiten. Doch dem Netzwerk WirSind1Team geht es um mehr. Im Interview stellt es sich vor.

 

Was ist „WirSind1Team“? Was macht „WirSind1Team“?
WirSind1Team ist eine ehrenamtliche Initiative von Filmschaffenden und Filmdienstleistern, die sich während des corona-bedingten Lockdowns der Filmbranche organisiert haben. Wir sammeln das vorhandene Branchen-Know-how vor und hinter der Kamera zur Ausgestaltung des Corona-Arbeitsschutzstandards der Bundesregierung für die unterschiedlichsten filmtechnischen und kreativen Gewerke, die bei der Film-, Werbe- und Fernsehproduktion involviert sind.

Wann und wie ist „WirSind1Team“ gestartet?
WirSind1Team startete Mitte April 2020 auf Initiative des Filmdienstleisters Jo Langen, welcher auch eine digitale Meeting-Plattform für die Initiative beisteuerte. Er rief alle Filmschaffenden dazu auf, gemeinsam für die Branche eine Handlungsempfehlung für die Wiederaufnahme von Dreharbeiten zu erarbeiten. Über Mund-zu-Mund Propaganda und Soziale Medien fanden sich innerhalb von wenigen Tagen dutzende Interessierte, welche bereit waren, sich aktiv auszutauschen und mitzuwirken. Weiterlesen

Am Mittwoch wurde der „Deutsche Fernsehpreis“ verliehen. Den Umständen entsprechend ohne Gala, aber in vielen Kategorien. Das lassen wir zum Wochenausklang mal alleine im Vorspann stehen und gratulieren den Nominierten, Ausgezeichneten und allen anderen, die sich um ein gutes Programm  bemühen.

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Der „Deutsche Fernsehpreis“ wurde am Mittwoch verliehen. Ohne Gala – aber mit Überraschung, berichtet „Der Tagesspiegel“.
Ausgezeichnet werden – alle Sender, die in der Corona-Krise für eine breite Berichterstattung sorgten, erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Das hervorzuheben, sei der Jury ein Anliegen. Sie lobe das Fernsehen an sich.
„Die senderübergreifende Selbstbeweihräucherung der Corona-Berichterstattung durch den Preis grenzt allerdings an Ignoranz“, meint Nora Frerichmann im „Altpapier“ des Senders MDR.
Pro Sieben und Sat.1 feiern fünf Auszeichnungen, das ZDF freut sich sogar über elf.
Allerdings: 30 Auszeichnungen wurden vergeben, nominiert waren wieder fast nur Produktionen aus den Senderfamilien der vier Preisstifter ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Bei den Serien setzten sich allerdings die Streamingdienste gegen das klassische Fernsehen durch: Da gewann Sky mit „Der Pass“ in der Kategorie Drama, Netflix mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ in der Kategorie Comedy. Und für Netflix holten auch Silke Fischer (Szenenbild) und Justine Seymour (Kostüm) den Preis für die beste Ausstattung in der Serie „Unorthodox“.
Der Preis beweise aber auch: Das Fernsehen wird stark von Frauen geprägt, merkt DWDL an: „In den Handwerks-Kategorien stellten sie die überwiegende Anzahl der Sieger. Es sind die Kategorien, die man in den Jahren zuvor oft unter den Tisch fallen ließ.“

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Auch das deutsche Fernsehen hat noch einiges aufzuarbeiten. Zum Brüllen, was „TV Total“ so an Scherzen zu gleichgeschlechtlichen Fußballmannschaften einfiel. | Screenshot

Vor zwei Wochen war es angekündigt, das Wumms-Paket für die Kultur. Eine Milliarde Euro soll der „Neustart Kultur“ kosten, alle haben zugestimmt, heute hat die Regierung bschlossen: Es kann losgehen! So etwa in zwei Wochen, wenn Bundestag und Bundesrat auch den Haushaltsnachtrag verabschiedet haben, mit dem das finanziert werden soll.

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Bevor wir anfangen, erstmal etwas völlig Anderes: Neuseelands Regierung sorgt sich um die Sicherheit junger Menschen im Internet. Ein außergewöhnlicher TV-Clip ist Teil einer Kampagne, damit Eltern mit ihren Kindern über heikle Themen im digitalen Zeitalter sprechen: Zwei unbekleidete „Pornostars“ erscheinen an der Haustür einer Mutter und erzählen dieser, dass ihr Sohn sich das Paar gerade online anschaue [auf Englisch]. 

 

Eine Milliarde Euro sollen den „Neustart Kultur“ anschieben. Das Paket und die ersten Reaktionen hatten wir vor zwei Wochen vorgestellt. Heute wurden „Eckpunkte für ein Programm zur Milderung der Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich“ vom Bundeskabinett beschlossen. Das Programm von Kulturstaatsministerin (BKM) Monika Grütters bestehe „im Wesentlichen aus fünf Teilen“, so die Mitteilung ihres Ministeriums: Weiterlesen

Die Doku „Kreativ durch die Krise“ zeigt Künstler*innen, die sich nicht unterkriegen lassen. | Foto © OBS, 3sat, ZDF, Shai Gabrieli

Weiter will die Welt in Richtung normal. Nicht nur viele Grenzen in Europa sind wieder offen, sondern sogar die Kinos in Bayern. Doch die Probleme der Kulturbranche sind noch längst nicht gelöst – und da geht es nicht nur um das Corona-Virus.

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Es ist aber auch ein Kreuz mit der Wissenschaft. Kaum findet sie etwas Neues heraus, ändert sie ihre Schlussfolgerungen. Wie man sich trotz wandelnder Fakten seine Lieblingsmeinung erhält (und welche Vorteile das hat), erklärte „Monthy Python“ John Cleese schon 1987. Die Bildqualität ist zwar entsprechend mau, der Inhalt aber immer noch faktenfest, meinen wir.  

Die TV-Doku auf 3sat „Kreativ durch die Krise“ zeigt Künstler*innen, die sich nicht unterkriegen lassen. Die TV-Kritik der „Frankfurter Rundschau“.

 

Einen weltweiten Überblick der Covid-19-Richtlinien für Filmproduktionen bietet der American Film Market. Die Seite wurde zwar zuletzt am vorigen Donnerstag aktualisiert, doch bei Deutschland zum Beispiel verweist sie lediglich auf den allgemeinen „Sars-CoV-2-Arbeitsschutzstandard“ des Bundesarbeitsministeriums, nicht auf die „Branchenspezifische Handlungshilfe“ der BG ETEM vom 15. Mai.   

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Kinos im Stillstand 19: Langsam wird’s konkret im „Bundesplatz Kino“ in Berlin. | Foto © Elisabeth Nagy

Halb Deutschland hat morgen frei, was ausnahmsweise mal nichts mit dem Virus zu tun hat. Auch wir nutzen den Brückentag für eine kurze Pause. Die nächste Brancheninfo erscheint am kommenden Montag. Wir wünschen Ihnen eine entspannte Zeit. 

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Falls Sie übrigens noch mehr „Kinos im Stillstand“ sehen wollen: Das Blog „Sleeping Screens“ sammelt Fotos von Kinoanzeigetafeln auf der ganzen Welt. Das ist zwar geografisch noch ausbaubar, reicht aber schon bis nach Australien. 

 

Corona als Brennglas: Oliver Zenglein ist einer der beiden Geschäftsführer von Crew United – und Gast in der neuen Folge von „Close-up“, dem Podcast der Deutschen Filmakademie. Im Gespräch mit Christian Schwochow macht er sich Gedanken, ob die Krise nur deutlich zeigt, „wie extrem die Probleme schon vorher waren“, und wo es überall drängt. Sie sprechen über Themen wie Fairness, Finanzierung, Fachkräftemangel, Nachwuchs und Green Shooting. 

Von Risiken und Chancen einer Branche, die allmählich aus der Corona-Starre erwacht: Constantin-Chef Martin Moszkowicz im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur über halbleere Kinos und wichtige Hilfen.

„Fachkräftemangel ist nie die Ursache, sondern immer die Folge“: Das Kununu-Blog erklärt, warum Wertschätzung im Job so wichtig ist.

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„Do the Right Thing“ drehte Spike Lee (Mitte) vor mehr als 30 Jahren. Der Film ist leider immer noch aktuell. | Foto © UIP

In den vergangenen Tagen bestimmte nicht mehr allein das Virus die Nachrichten – alle Aufmerksamkeit gilt den Demonstrationen in den USA, die zeigen, dass auch die alten Probleme noch nicht gelöst sind. Die Nachrichten aus der Filmwelt sind in diesen Tagen spärlich.  

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Er wuchs selbst in Brooklyn auf, und dort ist auch sein Film „Do The Right Thing“ verortet: Der US-amerikanische Schauspieler und Filmemacher Spike Lee hat 1989 ein aufwühlendes Drama über das explosive Potenzial von ganz alltäglichem Rassismus geschaffen. Der Filmtipp auf „Kino Zeit“.

„Wie mein Vater Zeit seines Lebens erklärt hat, ist Randale die Sprache der Ungehörten“, twitterte der Sohn des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King. „Natürlich dauerte es nicht lange, bis er von Massen weißer Männer erklärt bekam, dass sein Vater das ganz anders gemeint hatte und nur friedliche Proteste gute Proteste seien“. schreibt Michalis Pantelouris in „Übermedien“.

 

Die Branche regt sich und plant – es ist Zeit, das eigene Profil auf Crew United auf den aktuellen Stand zu bringen und die Verfügbarkeit einzutragen. Das heißt: Bitte das Feld „beschäftigt bis“ mit dem betreffenden Datum ausfüllen. Dann können Suchende danach filtern. „Gerade jetzt, wo viele Produktionen wieder beginnen, wäre das eine große Arbeitserleichterung und würde den Personalsuchenden viele unnötige Telefonate ersparen“, schreiben uns die Personalsuchenden selbst.
Und ein Tipp für die Produktionen: Einfach unter „Jobs“ Inserate schalten. Dann werden umgehend alle Premium Member per SMS informiert, die darauf passen. Dann rufen die an, die können, und auch so werden viele unnötige Telefonate erspart.

Wie war das mit der Solidarität? Mit Sicherheitskonzepten allein ist es nicht getan, wenn es an der richtigen Einstellung fehlt. Ein erster Erfahrungsbericht eines*r Filmschaffenden zeigt, wie ein Dreh unter Corona-Bedingungen nicht ablaufen sollte. Namen spielen dabei keine Rolle – es geht um Grundsätzlicheres.

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Trotz Abstand: 1999, bei „Eyes Wide Shut“, sah der Dreh mit Maske noch anders aus. | Foto © Warner Brothers

Mit Sicherheitskonzepten allein ist es nicht getan, wenn es an der richtigen Einstellung fehlt. Ein erster Erfahrungsbericht eines*r Filmschaffenden zeigt, wie ein Dreh unter Corona-Bedingungen nicht ablaufen sollte. Namen spielen dabei keine Rolle – es geht um Grundsätzlicheres.

Jetzt, da sich der Corona-bedingte Stillstand aufzulösen scheint, möchte ich das Forum nutzen, um Missstände anzusprechen, die durch den neuerlichen Aufbruch verursacht werden können. Einerseits dürfen wir froh sein, dass es vielen von uns wieder möglich ist, Geld zu verdienen. Andererseits sollten wir dabei aber auch nicht unsere Gesundheit und unsere Rechte aus den Augen verlieren: eben nicht arbeiten um jeden Preis. Deswegen möchte ich eine Begebenheit schildern, die mich zutiefst erschüttert hat und mir gezeigt hat, dass trotz der „Normalisierung“ Vorsicht geboten ist. Daraus ergibt sich dann auch die Frage, wie wir Filmschaffende uns vor ähnlichen Fällen schützen können.

Mein Filmprojekt, das aufgrund der Corona-Pandemie für sechs Wochen unterbrochen wurde, hatte die Dreharbeiten wieder aufgenommen, um das Projekt in zwei Wochen abzudrehen. Alle Mitarbeiter*innen mussten vor Beginn die „Arbeitsanweisung Covid-19“ unterschreiben, die für jede einzelne Abteilung die vorgeschriebenen Sicherheit- und Hygiene-Maßnahmen aufgelistet hat (Sicherheitsabstände, Mund-Nasen-Schutz, Handhygiene etc.). Mit der Unterschrift haben wir uns verpflichtet, unbedingt und in jedem Falle diese Regeln einzuhalten. Darüberhinaus wurden wir jedoch zu keinen weiteren Maßnahmen (Corona-Test etwa, vor Ort bleiben am Wochenende oder ähnliches) aufgefordert. Lediglich die Schauspieler wurden getestet (der Haupt-Cast vor Drehbeginn, Episodenrollen vor ihrem jeweiligen Drehtag).

Nachdem das Drehpensum weitgehend reibungslos bewältigt wurde, trat ein Vertreter der Produktionsfirma nach der letzten Klappe vor das Team und teilte uns mit, dass am Vortag ein Schauspieler am Set anwesend war, der am Folgetag positiv getestet wurde. Er forderte uns auf, „ruhig zu bleiben“ und uns „diskret zu verhalten“. Wir sollten den Wiederholungstest am folgenden Tag abwarten, denn wahrscheinlich würde es sich um einen „ja relativ häufig auftretenden Falsch-Positiv-Test“ handeln. Allerdings sollten sich alle Personen am Set in eine Liste eintragen, die den Mindestabstand zu diesem Kollegen nicht konsequent eingehalten hatten.

Mittlerweile weiss ich aus sicherer Quelle, dass die Produktionsfirma zirka sechs Stunden vor dem Ende des Drehtags und der Teamansprache von dem Positiv-Test des Schauspielers erfahren hat. Sie hat zugelassen, dass zwei Schauspieler, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Set waren, weil sie später disponiert waren, ans Set kamen und ihre Einstellungen drehten.

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Clint Eastwood ist am Sonntag 90 geworden! Wir gratulieren. | Foto © Warner Bros. Entertainment, Claire Folger

Emsig wird daran gearbeitet, zur Normalität zurückzukehren. Zeitungsberichte und Petitionen erinnern aber auch daran, dass noch einiges nachzuarbeiten ist – besonders bei den Hilfen für Branche und Beschäftigte. 

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„Der Hüne mit sanfter Stimme wird 90“. Die „Berliner Zeitung“ gratuliert Clint Eastwood zum Geburtstag.
Auch die „Frankfurter Rundschau“ feiert den Schauspieler und Regisseur, obwohl der doch keine Geburtstage mag.
Tipps vom Altstar gibt’s in Text und Videos hier [auf Englisch].
Seine fünf besten Filme empfiehlt der Deutschlandfunk.

 

Seit gestern ist wieder mehr Kultur in Baden-Württemberg möglich. Theatervorstellungen, Konzerte und Kinoaufführungen mit weniger als 100 Besuchern sind wieder erlaubt – wenn die inzwischen üblichen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden können.  Eben dafür stellt das Förderprogramm  „Kultur Sommer 2020“ 2,5 Millionen Euro für „kleinere analoge Veranstaltungen“ bereit. Weitere 7,5 Millionen Euro sind im Programm „Kunst trotz Abstandfür Angebote und Formate vorgesehen, die eine längere Planung benötigen. Die Rechtsverordnung und Fragen und Antworten dazu.

Berlin gibt den Kinobetrieb erst ab 30. Juni frei, meldete „Blickpunkt Film“. Der späte Termin entspreche aber auch den Planungen der Kinobetreiber. Nur Open-Air-Veranstaltungen bis 200 Personen sind seit heute wieder möglich, Autokinos waren eh schon erlaubt.

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Der Telexet wird 40. Wofür das Proto-Internet alles nützlich ist, wurde früh erkannt. Der Künstler Dragan Epenscheid hat auf einer Website noch explizitere Pixelseiten zusammengestellt. | Screenshot

In Frankreich läuft die Produktion langsam wieder an – anscheinend in ähnlichem Tempo wie in Deutschland. Dreharbeiten unter Corona-Bedingungen bestimmen auch hier die Meldungen aus der Branche. Zu den Pfingststagen gibt es noch zwei gute Nachrichten: Vor 40 Jahren starteten CNN und der Teletext. Jedes für sich, aber die Pfeiler fürs globale Informationszeitalter waren eingeschlagen.

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Pixel-Nacktbilder und SMS-Chats: Der Teletext wird 40. Keine Ahnung, was das sein soll? Das Redaktionsnetzwerk Deutschland gibt einen Rückblick und eine Art Nachruf.
Auch damals hatte die neue Technik schon ihre Schmuddelseiten. Das Projekt „Teletext Babez“ zeigt die schönsten Seiten im Bauklotz-Design.

 

Den aktuellen Stand in Frankreich fasst unser Kollege Olivier Kluyskens von Crew United France zusammen:
# Die Kinos öffnen am 22. Juni wieder. Die genauen Massnahmen werden noch bekanntgegeben.
# Die staatliche Filmförderung CNC hat einen eigenen Hilfsfonds von 50 Millionen Euro für Kinoproduktionen bereitgestellt, der ausschließlich mit öffentlichem Geld finanziert wird. Dies soll fürs erste die Versicherungen ,ersetzten’, was das Corona-Risiko angeht: Falls eine Produktion jetzt dreht und wegen des Virus’ (erneut) abbrechen muss, deckt dieser Fonds einen Teil des Verlusts – es gibt eine Obergrenze.
# Die Produktion läuft langsam wieder an. Viele Daily Soaps drehen schon. Im Juni sollten zwei große Kino-Produktionen, deren Dreh im März unterbrochen wurde, weitergehen – auf eigenes Risiko, denn Corona wird von der Versicherung nicht gedeckt. Einige Kinofilme, die im März in Vorbereitung waren, planen einen Drehstart im Juli oder August.
# Cannes wird nächsten Mittwoch seine „Labels“ bekanntgeben. Das sind die Filme, die im Wettbewerb hätten laufen sollen.

Andere Veranstaltungen sind in Frankreich bereits ab kommenden Dienstag erlaubt, die Kinos öffnen landesweit erst drei Wochen später, meldet auch „Blickpunkt Film“. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Kinowirtschaft gefallen sei, habe Premierminister Edouard Philippe betont: Sie wolle den Neubeginn nach Corona auch mit nationalen Kampagnen begleiten.

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Leuchten und Leiter denken wir uns auch noch weg, dann haben wir einen Set ganz ohne Spuren von Filmschaffenden. Die SPIO hat sich überlegt, was die Branche sonst so braucht. | Foto © Digital Academy – The Film School

„98 Prozent der Unternehmen und Beschäftigten in der Filmwirtschaft sind stark von der Corona-­Krise betroffen“ stellt die SPIO fest und legt ein Gesamtkonzept vor, was die Branche jetzt braucht. An fast alles hat sie dabei gedacht, nur eines hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft … vergessen? 

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Am Freitag beginnt „We Are One“: Das „globale Filmfestival“ wird von Youtube und 21 Festivals veranstaltet und mit einer Spendenaktion für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und lokale Organisationen begleitet. Bis zum 7. Juni werden Filme, Aufzeichnungen von Podiumsdiskussionen, Masterclasses oder Präsentationen gratis gezeigt. Die Berlinale ist auch dabei.
Der „Tagesspiegel“ weiß mehr dazu. 

 

Was die Filmbranche jetzt braucht, haben die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) und ihre Mitgliedsverbände aufgeschrieben und ein Gesamtkonzept vorgelegt, wie der deutschen Filmwirtschaft in der anstehenden Wiederanlaufphase unter die Arme gegriffen werden kann und soll. Ein Durchstarten dieser „10-Milliarden-Euro-Branche“ würde nämlich besonders hohe positive Effekte auch in anderen Wirtschaftszweigen auslösen, so die SPIO. Zur Bekräftigung zitiert sie den FFA-Präsidenten (und ehemaligen BKM) Bernd Neumann: „Es geht um den Erhalt unserer Produktions- und Kinostruktur!“
Wo überall Geld gebraucht wird, listet die SPIO auf und hat dabei auch die Zukunft im Blick: Produktionsfirmen, Dienstleister, Verleih, Kinos, Filmerbe und Investitionen – alles soll unterstützt und gefördert werden. Nur an die Filmschaffenden selbst (die gerade zwischen Kurzarbeit, Arbeitslosengeld, Grundsicherung oder gar nichts von alldem rätseln, wie es weitergeht) hat die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft nicht gedacht. Dabei schreibt sie doch selbst: 98 Prozent der Unternehmen und Beschäftigten in der Filmwirtschaft sind stark von der Corona-­Krise betroffen. Womit eigentlich auch die letzte Forderung der SPIO überflüssig wird: „Die Professionalisierung und Weiterbildung“ sollte gefördert werden.“

„Wir müssen jetzt solidarisch sein“: Die Filmproduzentin Regina Ziegler spricht mit der „Berliner Zeitung“ über die Lage ihrer Branche und was die jetzt an Hilfe braucht.

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